Er wurde am 5. Dezember 1889 in Leipzig geboren. Siegmund Singer besass die polnische Staatsbürgerschaft und war Geschäftsführer eines Wäschegeschäftes in der Pegauer Straße 12 (Eröffnung am 10. Januar 1926) und lebte dort mit seiner Ehefrau Lifsche. Das besondere an dem Geschäft war, das man Teilzahlungen vornehmen konnte. Damit war man bei der gering verdienenden Arbeiterschaft beliebt. In den 1930er Jahren zog man in das Wohn- und Geschäftshaus in der Roßmarktschen Straße 16. Hier wurde das Geschäft weitergeführt. Doch mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten war man auch Anfeindungen ausgesetzt und die Kundschaft blieb weg.

Während der Pogrome am 10. November 1938 wurden wahrscheinlich auch hier die Schaufenster eingeschmissen. Jedoch schon am 28. Oktober 1938 erfolgte die Abschiebung von Siegmund Singer nach Polen, wo er am 5. Juni 1939 verstorben ist. Kurze Zeit darauf wurde das Geschäft „arisiert“ und zwangsverkauft an die Firma Stapel in Leipzig, die ihren Hauptsitz am Roßplatz hatte.

 

Anzeige aus dem Adressbuch der Stadt Borna
Abb.: Anzeige aus dem Adressbuch der Stadt Borna; 1929

 

Johanna Busch als Verkäuferin bei Singer
Abb.: Johanna Busch als Verkäuferin bei Singer, 1937

 

 

Quellen:

Adressbuch der Stadt Borna, 1929; Bundesarchiv - Gedenkbuch - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945;

Tageblatt für den amtshauptmannschaftichen Bezirk Borna 1926 Nr. 23;

Aussage Johanna Busch geb. Lippold