Er wurde am 24. Mai 1883 in Kutten(Kreis Angerburg, heute: Kuty, Polen) geboren. Wie sein Bruder Georg stammte er aus einer Familie mit 9 Brüdern und einer Schwester, wovon nur zwei Brüder den Holocaust überlebten.

1910 kam Paul Motulsky mit seinem Bruder Goerg nach Borna. Vorher müssen beide in Breslau gelebt haben, wo sie auch eine Familie gründeten. Paul wurde der Inhaber eines Textilgeschäftes in der Kirchstraße 2 (Eröffnung am 11. November 1910). Paul und seine Ehefrau Marie Motulsky wohnten über dem Textilgeschäft.

Das Textilgeschäft war eine angesehene Adresse in Borna. Hier konnte man preiswert und in guter Qualität einkaufen. Es war ein Familienunternehmen mit vielen Filialen in Sachsen. Wobei das Unternehmen von Dresden aus geleitet wurde. Filialen bestanden in Dresden, Löbau, Grimma und Borna. Dadurch konnte man preiswert Ware anbieten.

Wie gut man in Borna integriert war, zeigt auch das Paul Motulsky aktives Mitglied im Radfahrverein 1884 Borna war.

1928 übergibt Paul seine Geschäfte an den Bruder Georg. Paul geht mit seiner Familie nach Dresden und kaufte das Kaufhaus Kasper in der Hechtstraße.

Am 10. November 1938 wurde er in Dresden inhaftiert und kommt ins KZ Buchenwald. Im Januar 1939 kommt er wieder frei, da er Weltkriegsteilnehmer war. Im gleichen Jahr besorgt der Sohn Kurt für seine Eltern und die Schwester Ruth ein Visa für Cuba. Mit dem letzten Schiff nach Cuba gelingt die Ausreise. 1942 lebt die gesamte Familie in New York (USA), Hier verstirbt er am 12. Juni 1960.

Kaufhaus Paul Motulsky in der Kirchstraße 2
Abb.: Kaufhaus Paul Motulsky in der Kirchstraße 2, um 1925

 

Quellen:

Interview mit Helene Irmisch 2001 (ehem. Verkäuferin bei Motulsky);

Paul Weischet, Judenverfolgung (am speziellen Beispiel von Borna), 2001 (Facharbeit Gymnasium);

Aussagen Siegfried Naß (Borna); Briefverkehr Ruth Rose / Bürgermeister Erich Ulbricht 1945-1950 (Nachlass Ulbricht, Museum Borna);

Tageblatt für den amtshauptmannschaftichen Bezirk Borna 1910 Nr. 262

   

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