Wenn es im 19. Jahrhundert in Thräna brannte, war man auf die Hilfe der Nachbargemeinden angewiesen, z.B. aus Treben oder aus dem sächsischen Blumroda. Da dies nicht ideal war, schlug der damalige Gemeindevorsteher Emil Müller auf der Gemeinderatssitzung vom 17. Februar 1905 vor, eine Ortsfeuerwehr zu gründen. Doch die Mehrheit der Gemeindemitglieder lehnte diesen Antrag ab.
Mehr Glück hatte der Gemeindevorsteher bei der Sitzung vom 1. April 1905, wo er seinen Vorschlag wiederholte. Bei dieser Sitzung waren vier Stimmen für und eine Stimme gegen die Gründung einer freiwilligen Feuerwehr.

Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr Thräna, 1910 (Stadtarchiv Borna)
Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr Thräna, 1910

Auf Grund dieses Abstimmungsergebnisses wurde eine Gründungsveranstaltung am 28. Mai 1905 in dem Wagner’schen Gasthof einberufen. Zu dieser Veranstaltung erschienen 25 Gemeindemitglieder. 14 von ihnen ließen sich als aktives und 11 als passives Mitglied in der Feuerwehr eintragen.
Zu den aktiven Mitgliedern gehörten: Julius Hillig als erster Kommandant, Hugo Hiller, Franz Schellbach, Alfred Schellbach, Julius Graichen, Georg Laus, Ernst Heinicke, Emil Petzold, Oswin Reinhardt, Bruno Krosse, Pius Findeisen, Albin Schlag, Edwin Krause und Arno Winter.
Zum Löschen der Brände hatte man anfangs nur eine Handspritze, diese war im Feuergerätehaus hinter der Schmiede untergebracht. Durch den Verlust von Kameraden im Weltkrieg stand die freiwillige Feuerwehr 1919 vor der Auflösung. Doch sie konnte wieder ins Leben gerufen werden und Florus Pfau übernahm das Kommando.
Die Zahl der aktiven erhöhte sich auf 28. 10 Jahre später hatte die freiwillige Feuerwehr 40 aktive Mitglieder. In den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts erhielt die Feuerwehr endlich eine Motorspritze, dafür wurde 1934 ein neues Feuerwehrgerätehaus mit zwei Wohnungen erbaut.
Ein Jahr später erfolgte ein Anbau mit drei Wohnungen. 1935 wurde an der Leipziger Straße auch ein Feuerlöschteich angelegt. Dieser diente in den Sommermonaten auch als Badestätte.  Der zweite Weltkrieg hatte auch wieder viele Opfer unter den Kameraden zu beklagen, so dass ein Neuanfang schwer war.

Wehrleiter Fritz Wagner bei der Brandschutzkontrolle, um 1953 (Stadtarchiv Borna)Festumzug zum 50jährigen Bestehen mit der Kapelle der Roten Armee, 1955 (Stadtarchiv Borna)

Wehrleiter Fritz Wagner bei der Brandschutzkontrolle,         Festumzug zum 50jährigen Bestehen mit
um 1953                                                                        der Kapelle der Roten Armee,1955 


Im Jahre 1954 hatte die freiwillige Feuerwehr von Thräna einer der schwersten Bewährungsproben zu bestehen. Nach tagelangen Regenfällen im Juni, trat die Pleiße über die Ufer. Die freiwillige Feuerwehr von Thräna führte die Evakuierung eines Teils der Einwohner von Serbitz durch. Des weiteren übernahm sie den Schutz der Dämme durch Verstärken mit Sandsäcken. Dadurch konnte größerer Schaden verhindert werden.

1955 konnte die freiwillige Feuerwehr auf ihr 50jähriges Bestehen zurückblicken. Dies wurde feierlich begangen. Außer einer Festsitzung wurde eine Schul- und eine Angriffsübung öffentlich vorgeführt. Zum Festumzug durch das Dorf spielte die Kapelle der Roten Armee von Borna. Ausklang fanden die Feierlichkeiten mit einem Tanzabend auf der Festwiese an der Weststraße.
1972 erhielt die Feuerwehr eine neue Motorspritze und das Gerätehaus wurde nochmals vergrößert, dazu wurde ein Vorbau an die Einfahrt angebaut. In den letzten Jahren sank leider die Mitgliederzahl, so dass die Feuerwehr vor der Auflösung stand. Doch gerade Jugendlich aus Thräna besannen sich ihrer Bürgerpflicht und bauten die Feuerwehr neu auf.

Bilder auf dieser Seite, Eigentum des Stadtarchives Borna

   

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