Fritz Otto Scheibner wurde als Sohn des beim Leipziger Tageblatt beschäftigten Redakteurs Friedrich Gumal Scheibner am 7. September 1877 in Borna geboren. Nach seiner Ausbildung am dortigen Lehrerseminar legte Scheibner 1898 die erste Prüfung für das Lehramt an Volksschulen ab. Er war seit 1904 mit Johanna Gareis, Tochter des Schwarzenberger Bürgermeisters Alfred Paul Gareis, verheiratet.
Von 1901 bis 1923 war er als Lehrer an der höheren Mädchenschule mit Lehrerinnenseminar Leipzig bei dem führenden Reformpädagogen Hugo Gaudig tätig. In diesem Zeitraum klärte und systematisierte Scheibner als enger Mitarbeiter Gaudigs dessen Arbeitsschulgedanken.
Zwischen 1915 und 1925 lehrte Scheibner als Dozent an der sächsischen Hochschule für Frauen zu Leipzig und am Seminar für Werkunterricht Leipzig. Ab 1923 arbeitete er im Zuge der Greilschen Schulreform im Freistaat Thüringen als Oberschulrat und als Honorarprofessor für Erziehungswissenschaften an der Universität Jena. Nach der Reichsexekution im November 1923 versetzte ihn die konservative Nachfolgeregierung in seiner Funktion als Oberschulrat in den Ruhestand. Nachdem er 1928 zum Direktor des Pädagogischen Instituts an der Universität Jena, wo Lehrer ausgebildet wurden, ernannt worden war, erhielt er 1929 einen Ruf als Professor für Schulpädagogik/Didaktik an der preußischen Pädagogischen Akademie Erfurt, die aus Spargründen 1932 wieder geschlossen wurde. Danach wurde er in den Ruhestand versetzt und wirkte nur noch als Herausgeber von Zeitschriften weiter. 
Als Arbeitspädagoge zeigte Scheibner ein fünfstufiges Arbeitsgefüge auf: Setzung eines Arbeitsziels; Aufsuchen der Arbeitsmittel; Entwurf und Gliederung eines Arbeitsplans; Ausführung der Arbeitsschritte; Gewinnung und Auswertung des Arbeitsergebnisses. Scheibner kann somit als der Theoretiker der Gaudigschule betrachtet werden.
Otto Scheibner verstarb am 18. Dezember 1961 in Leipzig

Buch von Otto Scheibner
Buch von Otto Scheibner

   

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