AAm 1. Januar 1920 wurde der Kaufmann und Hobbymaler Kurt Hans Bohne in Borna geboren. Der Kaufmannsberuf lag ihm in den Genen. Sein Vater Alfred Kurt Bohne betrieb in zweiter Generation ein Schreibwarengeschäft in der Roßmarktschen Straße 17.
Das Geschäft seines Vaters wurde 1870 von seinem Großvater Wilhelm Richard Bohne gegründet.
Seine Mutter Elisabeth Erna geb. Winkler stammte aus der Kaufmannsfamilie Otto Winkler (Handschuhmacher, Bandagist) in der Reichsstraße 20.
Am 22. Februar 1920 wurde Kurt Bohne in der Stadtkirche Borna getauft.

Nach dem Gewitter
Nach dem Gewitter (Buchhandlung Richard Bohne)

Mit seiner Schwester Anna Margarethe verbrachte er eine unbeschwerte und glückliche Kindheit. Nach dem Besuch der Volksschule I (heute: Dinter-Oberschule) absolvierte er eine Lehre als Buchbinder in Leipzig. Hier kam er auch erstmals mit Kunst, im Sinne von Handwerkskunst, in Verbindung, Denn seine Lehrausbildung beinhaltete auch das Herstellen von Lederintarsien für die äußere Buchgestaltung.
Nach der absolvierten Lehre musste er zum Reichsarbeitsdienst und danach erfolgte der Kriegseinsatz als Matrose bei einer Marine-Artillerieabteilung. Gegen Ende des Krieges lernte er seine spätere Frau Auguste genannt „Gusti“, kennen, die seit den 1930er Jahren in Wien lebte und ursprünglich aus Böhmen stammte.

Ab 1946 war er mit im Schreibwarengeschäft seiner Eltern beschäftigt und unterstützte sie in allen Belangen. 1957 übernahm er in dritter Generation gemeinsam mit seiner Frau das Geschäft von seinem Vater. Dieses führte sie mit viel Geschick und Erfolg durch die Mangelwirtschaft der DDR.
Dabei war immer wieder erstaunlich wo sie die Waren auftrieben.
Wenn man bestimmte Schreibwarenutensilien bei der HO oder beim KONSUM nicht bekam, im Schreibwarengeschäft Bohne wurde man fündig.
Damit wurde das Geschäft eine beliebte Anlaufstelle und war aus dem Stadtbild nicht wegzudenken. Unterstützung erhielt sie auch von seiner Schwester, die im Nachbarhaus zusammen mit ihrem Mann Helmuth Schmidt eine Briefmarkenhandlung betrieb.
1985 ging Hans Bohne gemeinsam mit seiner Frau in den wohlverdienten Ruhestand

Im Hasenwinkel
Im Hasenwinkel, 1992

Erst jetzt konnte es sich ausgiebig seinem Hobby der Malerei und der Fotografie widmen.
In seinen über 500 geschaffenen Aquarellen und Zeichnungen sieht man seine große Liebe zu seiner Heimatstadt Borna. Sein künstlerisches Vorbild war sein langjähriger Freund Friedrich Schille, der gegenüber der Bohnes wohnte. Bei ihm schaute er sich die Maltechnik, besonders das Aquarellzeichnen ab.
Aber bevorzugt beschäftigte ihn die naive Malerei.
Nach einer schweren Krankheit musste Hans Bohne 2009 leider den Pinsel aus der Hand legen.

Jahrmarkt um 1930
Jahrmarkt um 1930, 1986

Am 21. September 2014 verstarb Hans Bohne im Alter von 94 Jahren.
Vielen Bornaern bleibt er als beliebter Schreibwarenhändler, aber auch als Künstler unvergessen.
Das Museum der Stadt Borna kann sich glücklich schätzen, dass sie 2020 den künstlerischen Nachlass von Hans Bohne übernehmen konnte.

Hans Bohne, 2010
Hans Bohne, 2010

   
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