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Er wurde am 26. September 1860 in Mylkonow (heute: Miȩgowo bei Poznan, Polen) geboren. Zusammen mit seiner Frau Bianka Hulda hatte man drei Töchter und wohnte in einer Mietwohnung in der Brauhausgasse BC 40 (heute: Markt 15). Dieses Haus gehörte dem Apotheker Gödel.

Seit 1885 hatte er ein Bekleidungsgeschäft am Markt 23. Hier, in einem Teil des Gasthofes „Zum blauen Hecht“ eröffnete man über drei Etagen ein Geschäft für Herren- und Damenkonfektion. Über Damen- und Herrenbekleidung bis zur Kinder- bzw. Arbeiterbekleidung gab es hier alles. Ab 1886 betrieb Ritzewoller noch sieben weitere Zweiggeschäfte: in Grimma, Oschatz, Riesa, Nossen, Großenhain, Löbau und Bischofswerda. Dies ermöglichte ihn "billiger zu verkaufen wie jede Konkurrenz an größeren Plätzen." (eigene Werbung). Dazu kam, das er noch eine eigene Fabrik in Dresden hatte. Doch mit den Jahren konzentriete sich sein Handel nur noch auf das Geschäft in Borna. Von 1893 bis 1895 hatte er noch auf dem jährlichen Jahrmarkt in Kohren (-Sahlis) ein Geschäft. Am 1. April 1897 eröffnete er sein Geschäft in der Reichsstraße Nr. 22. Doch schon im Mai 1900 wieder geschlossen und am 13.10.1900 aus dem Handelsregister der Stadt ausgetragen. 1902 zog die gesamte Familie Ritzewoller nach Meißen. Hier versuchte man ein Geschäft zu eröffnen. Musste aber gleich Konkurs anmelden, was wohl noch mit dem Geschäft in Borna zusammenhing. Im Oktober 1905 zog man nach Leipzig und wohnte in der Hallischen Straße 43. Ab 1936 wohnte man in der Thomasiusstraße 18. In der Gemeindekarte der Isrealitischen Religionsgemeinde Leipzig ist als Beruf "Reisender" vermerkt. Seine Ehefrau muss um 1936 verstorben sein.

Seine letzte Wohnanschrift war das "Judenhaus" Auenstraße 11 (Jüdisches Altenheim) in Leipzig. Für den 19.11.1942 stand er auf der Transportliste für die Deportation nach Theresienstadt. Er wurde gestrichten mit dem handschriftlichen Vermerk: "gest. 19.11.42". Es ist anzunehmen, dass er, wie so viele, vor dem Abtransport Selbstmord beging.

 

Eintrag von des Geschäftshauses und Wohnhauses von David Ritzewoller
Abb.:Eintrag von des Geschäftshauses und Wohnhauses von David Ritzewoller im Adressbuch der Stadt Borna 1886

 

Werbung für das Kaufhaus D. Ritzewoller im Adressbuch
Abb.: Werbung für das Kaufhaus D. Ritzewoller im Adressbuch der Stadt Borna von 1886

 

Quellen:

Stadtarchiv Borna; Einwohnerverzeichnis 1895-1917 BC 29
und Gewerbeverzeichnis 1862 (III./XIII.a Nr. 47), Brief vom Enkel A. Jonas 2005 an Stadtarchiv Borna;

Bornaer Tageblatt;

Adressbuch der Stadt Borna 1886

Adressbuch Leipzig, 1930

www.geni.com/people/David-Ritzewoller/6000000076991778833

Yad Vashem Archives, Bestand O.64/269